Sport Glosse

Der Mähdrescher, der Peter Schröcksnadel war

Stadtleben | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Mitten in Peter Schröcksnadels Verkündigung der Versöhnung mit Anna Fenninger: Flash! Sommer. Ein Mähdrescher frisst Weizenstreifen um Weizenstreifen. Ich sitze auf einem Massey-Ferguson-Traktor. Korn stirbt, Mensch lebt.

Das ist 45 Jahre her, und noch heute weiß ich, was mir damals in den Kopf schoss. Der alte Bauer ist perfekt an seine Arbeit angepasst. Eine andere Tätigkeit, ein fremder Ort, und er wäre verloren wie ein Quastenflosser im Tiefschnee. Zack! Der alte Skifunktionär extemporiert über Frauen und Männer. Total neben dem Acker. Er redet über eine junge Frau, die ihm vorgeworfen hat, sie fertigmachen zu wollen. Alle hören zu, keiner glaubt ihm. Und er merkt es nicht mehr.

Es ist wie im Märchen vom Mähdrescher, den auf seine alten Tage plötzlich Skrupel plagen, das zu tun, was er tun muss. Also beruhigt er sein Gewissen mit einer Ausrede: Der Weizen habe sich eh bei ihm entschuldigt.


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