Wien, "sicheres Pflaster für Auftragsmord"

Ein Gericht verurteilt die Republik: Das Innenministerium hätte einen Politmord verhindern können

Politik | BERICHT: FLORIAN KLENK | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Umar Israilov hatte die Polizeibehörden immer wieder gewarnt. "Bitte helfen Sie mir!", schrieb der in Floridsdorf lebende Tschetschene im Sommer 2008 an den Verfassungsschutz. "Zwei Killer sind schon ganz hungrig, mich zu töten." Vor seiner Altbauwohnung säßen dunkle Gestalten in einem VW-Bus, sie würden, wenn er aus dem Fenster blicke, mit dem Finger auf ihn zeigen. Israilov war ein anerkannter Flüchtling. Er hatte den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow zum Feind, der Kritiker seines Terrorregimes ermorden ließ.

Als Israilov um Hilfe flehte, tauchte bei der Polizei auch ein Russe namens Arbi K. auf, der sich als Agent Kadyrows vorstellte. Er habe einen Tötungsauftrag - und Gewissensbisse. "Ich arbeite für den Präsidenten der Republik Tschetschenien, Kadyrow Ramsan", gab K. zu Protokoll, "mein Chef ist die rechte Hand des Präsidenten." Er stecke in der Klemme, denn es gebe da eine Todesliste abzuarbeiten. 500 Leute müssten sterben, 50 davon in Österreich. Auch Umar


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