Nüchtern betrachtet

Themen, zu denen ich nichts zu sagen habe

Feuilleton | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Einer der blöderen Sprüche der an solchen nicht übertrieben armen heimischen Innenpolitik lautet, dass man die Ängste und Sorgen der Bevölkerung hinsichtlich der Zuwanderung ernst nehmen müsse. Da denkt sich dann natürlich auch der arglose Bürger: "Ich hab zwar gar keine Ängste und Sorgen gehabt, aber offenbar hätte ich mir welche machen müssen."

Prinzipiell bin ich der Auffassung, dass sich Demoskopie und Demagogie nur durch ein paar Buchstaben unterscheiden, aber sobald man mir einen Fragebogen entgegenhält, verwandle ich mich in einen servilen Untertanen und fülle alles aus. Unlängst wurde ich unter anderem gefragt, wie groß mein Vertrauen ins Militär sei. Was soll ich sagen? Würde ein faschistisches Ungarn sich aufgelegt fühlen, Österreich zu annektieren, würde ich lieber nicht in Nickelsdorf wohnen, aber beim Katastropheneinsatz machen die vielleicht einen Top-Job. Eigentlich finde ich meine Meinung zum Heer total irrelevant und unerhebenswert, aber natürlich habe


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