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IT-Kolumne

Medien | ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Von Klein auf hat man mir beigebracht, ich solle teilen: meine Freude, das Leid meiner Freunde, das Spielzeug, die Schokolade, das Kleingeld. Die Idee gefiel mir, denn ich wollte gerne als guter Mensch in Erinnerung behalten werden, mit gütigem Lächeln, Heiligenschein optional. Dabei gab es jedoch stets ein Problem: Teilen ist theoretisch einfach, aber in der Praxis oft sehr schwer. Jeder, der schon einmal versucht hat, ein Stück Schokolade in zwei gleich große Teile zu brechen, weiß das. Außerdem hat man gerne alles für sich alleine.

Deshalb liebe ich das Internet. Da kann man nämlich unaufwendig seine Dinge teilen und trotzdem alles haben. Zum Beispiel, indem man Dropbox, Wetransfer oder Google Drive benutzt, um Dokumente hochzuladen und andere darauf zugreifen zu lassen. Gütig lächelnd teile ich Urlaubsfotos und fühle mich gut dabei. Ob sich die Nachwelt an meine großzügigen Taten erinnern wird, muss sich erst zeigen. F


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