Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Bloß die zweite Geige?

Steiermark | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Die neue Landesregierung ist angelobt, wie geht es nun mit der Kultur im Lande weiter? Christian Buchmann (ÖVP) bleibt Landesrat für Wirtschaft, Kultur und Europa und hat dazu noch das Tourismusressort übernommen. Schaut man sich das Regierungsübereinkommen an, wurden in Sachen Kultur vorerst nur Brocken hingeworfen, die noch zurechtgekaut und verdaut werden müssen.

Etwa die geplante Steiermark-Expo, die Buchmann keinesfalls als Neuauflage der alten Landesausstellungen verstanden wissen will. Es soll eine Leistungsschau werden und zeigen, was die Steiermark so alles kann. Es geht, so Buchmann zum Falter, "um ein Branding im Wettbewerb der Regionen". Die Kunst soll dabei mithelfen. Mit fünf bis zehn Millionen Euro möchte Buchmann die Expo budgetieren, ob das zu schaffen ist, wird sich nach seinen Angaben erst herausstellen. Er beteuert jedenfalls, dass den Kulturschaffenden nichts weggenommen wird. Dem VP-Parteiprogramm ist zu entnehmen, dass es bei der Unternehmung zu einer "engeren Kooperation zwischen Tourismus und Kultur" kommen soll. Als weiteres Großprojekt denkt der Landesrat über eine Lichtbiennale nach, das Budget soll zumindest eine Million Euro betragen. Zu hoffen bleibt, dass sie sich nicht als Spektakelkultur empfiehlt, die dem Tourismus verpflichtet ist.

Nach derzeitigem Wissensstand ist weder gegen das eine noch das andere Projekt groß etwas einzuwenden. Die Sache ist nur die: Kunst und Kultur laufen hier Gefahr, bloß als Erfüllungsgehilfen dienlich zu sein. Man hätte sich schon auch Leitprojekte gewünscht, die die Vorzüge von Kunst und Kultur auf eine exklusive Bühne zu katapultieren wissen.


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