Phettbergs Predigtdienst

Wir alle müssen einander voll lieben

Falter & Meinung | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Leute mit Charakter wechseln niemals ihre Religion, niemals." Gotty ist ununterbrochen wahrlich fad. Am liebsten hab ich Musik von Anton Bruckner und Mozart sowieso. Eigentlich hab ich jetzt endlich eine lebenslängliche filmische Wichsvorlage, denn Sobo Swobodnik hat diese komplette elfte Verfügungspermanenz nach der Premiere des Films "Der Papst ist kein Jeansboy" mir zuliebe im Berliner Schlackekeller des Berghain mit all den Jeansboys in ihren kurzen, engen unterhosenlosen Jeansboy-Höschen und vorher in ihren Kutten gefilmt und fotografiert. Herzliebes Männerklo des Schlackekellers, lasst diese filmische Orgie doch laufen, in Erinnerung an meine Elendigkeit urassen. Jetzt renn ich soeben zur 20. Regenbogenparade. Wir fahren wieder brav gegen den Uhrzeigersinn.

Nun zum Evangelium des 21. Juni, zwölfter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B, Evangelium nach Markus, Mk 4,25-41: "Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann." So vieles rennt durchs Mittelmeer und kommt um. Die Europäische Union bewältigt sich nicht? Alle Personen sind voller guten Willens. Hat Gotty uns aufgegeben?

Immer mehr kommt es mir zu Bewusstsein, dass wir alle einander voll lieben müssen und gar nicht anders können. Wenn unsere Augen einander berühren, sind wir orgiasmiert.

Ich bin wahrlich wahrlich wahrlich der Brunzer von Gumpendorf. Niemanden seh ich sonst so oft brunzen wie mich weltweit. Wahrscheinlich ist die Quelle, warum ich so oft Lulu muss, dass ich enorm viele Tabletten nehmen muss, von meinen Spitälern und meiner Hausärztin verordnet. Mir ist das keineswegs eine sexuelle Sehnsucht, unbedingt angebrunzt zu werden. Ich bin überhaupt schon mehr oder weniger im Jenseits und meditiere nur mehr alle Jeansboys, die ich des Weges rennen sehe, wie exakt deren Bluejeans sitzen. Und wenn ein Arsch sich beugt, entsteht eine Beuge, die mich narrisch macht.

Oh, du elende "Lindenstraße", genau einen Tag nachdem auf Ö1 24 Stunden James Joycens "Ulysses" in Wien gelaufen ist, stirbt jetzt unvermittelt Harry Rowohlt, der einzige noch Lebende, auch noch. Harry Rowohlt: Requiescat in pace. F

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