Film Open-Air-Festival

Filmhimmel am Karlsplatz: das Kino unter Sternen

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Im Sommer 1996 fand das erst Freiluft-Filmfestival Kino unter Sternen statt. Seit 2009 ist es am Karlsplatz beheimatet und bei freiem Eintritt zugänglich. Im österreichischen Programmschwerpunkt "Rette sich, wer kann" geht es heuer um ein Lieblingsthema des heimischen Filmschaffens: das Scheitern, Versagen und Verzagen, mit und ohne Endzeitszenario und angesiedelt auf der gesamten Skala zwischen witzig, düster und knallhart.

So gibt es ein Wiedersehen mit Harald Sicheritz' "Hinterholz 8", Florian Flickers "Der Überfall", Michael Glawoggers "Contact High" oder Sabine Derflingers "Vollgas" sowie weniger Bekanntes wie Christian Froschs "Die totale Therapie", "Perfect Garden" von Mara Mattuschka und Chris Haring oder "Die ersten Tage" von Herbert Holba. Ergänzt wird das Spielfilmprogramm durch Anja Salomonowitzs semidokumentarisches Werk "Kurz davor ist es passiert" und Sebastian Brameshubers Jugendporträt "Und in der Mitte, da sind wir".

Der zweite Schwerpunkt ist dem Thema "Doppelgänger" gewidmet: Verwirrspiele, Verwechslungen und unheimliche Spiegelungen einen die Filme, die vorwiegend aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen und von Filmemachern im Exil geschaffen wurden. Das Spektrum reicht von Billy Wilders "Some Like It Hot", Paul Henreids "Dead Ringer" und Robert Siodmaks "The Dark Mirror" über "To Be or Not To Be" von Ernst Lubitsch, Reinhold Schünzels "Viktor und Viktoria" und Karl Freunds "Mad Love" bis zu Fritz Langs "Metropolis". Sci-Fi-Identitätskrisen jüngerer Tage sind mit "A Scanner Darkly" und "Total Recall" vertreten.

Start ist täglich um 21.30 Uhr, eine Stunde davor führt ein Vorprogramm mit Gesprächen, Lesungen, Quiz und Musik in die Materie ein.

Karlsplatz, 26.6. bis 18.7.


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