Protokoll: Peter P. (59) verbrachte eine Hälfte seines Lebens in Haft, die andere in Heimen

Feuilleton | SP | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

"Ich kam gleich nach der Geburt in ein katholisches Kinderheim. Als ich sechs Jahre alt war, wurde ich nach Hütteldorf verschickt, später nach Eggenburg. Nach dem Bundesheer begann ich Autos zu stehlen. Ich war in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Josefstadt. Dort war alles verschmiert und verdreckt, wir haben aus einem Blechnapf gegessen. In der Zelle waren wir zu zehnt, das Klo war nur durch einen Vorhang abgedeckt und hat gestunken. Die Beamten durften nicht mit uns sprechen. Die sieben Monate Strafhaft verbrachte ich in der Justizanstalt Hirtenberg. Dort konnte ich arbeiten.

Nach drei Monaten in Freiheit landete ich wieder in U-Haft. Ich hatte Hunger, aber kein Geld und stahl Knackwüste. Ich habe zu dieser Zeit außerdem sehr viel getrunken und kam deshalb in den Maßnahmenvollzug für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher in die Justizanstalt Favoriten.

Nach einem Jahr wurde ich entlassen und bekam eine Bewährungshelferin zur Seite gestellt, die mir sehr geholfen hat. Aber nach


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