Teil der Maschine und individueller als je zuvor

Der österreichische Autor Thomas Raab entwirft im Roman "Die Netzwerk-Orange" ein schrecklich-schönes Zukunftsszenario

Feuilleton | ZURÜCK AUS DER ZUKUNFT: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Als der US-Bestsellerautor Michael Crichton 2008 verstarb, ließ sein heimischer Kollege Thomas Raab via Presseaussendung wissen, dass er nun der größte lebende Autor sei. Falsch war das nicht: Crichton maß 2,06 Meter, der Österreicher bringt es immerhin auf rund zwei Meter. Wie das aktuelle Ranking aussieht, ist nicht bekannt. Sagen wir einfach: Raab ist ein verdammt großer Autor.

Freilich ist er nicht der einzige Schriftsteller namens Thomas Raab. Der in Wien lebende Grazer mit naturwissenschaftlichem Background, der 2002 mit dem Roman "Verhalten" debütierte, teilt sich Vor-und Nachnamen mit einem Wiener Krimiautor. Verwechslungen sind da vorprogrammiert. Zudem ist sein Namensvetter ungleich umtriebiger und hat eine ganze Reihe von Romanen vorgelegt, während Thomas Raab I zwischen seinem Debüt und dem Nachfolger eine kleine Ewigkeit verstreichen ließ. Qualitativ liegen zwischen ihren Büchern Welten.

Mit "Die Netzwerk-Orange" meldet sich Raab der Bessere bravourös zurück. Er


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