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Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

Die rechte Gefahr in Europa

Sie unterscheiden sich zum Teil stark voneinander und haben lange um eine Einigung gerungen, Mitte Juni haben sich die rechtspopulistischen Parteien in der Europäischen Union schließlich doch noch zu einer gemeinsamen Fraktion im EU-Parlament zusammengeschlossen. Sie heißt "Europa der Nationen und der Freiheit", der gemeinsame Nenner ihrer Mitglieder ist die feindliche Haltung gegenüber der EU und Fremden. Durch die Fraktion im EU-Parlament haben sie nun mehr Macht.

"Rechtspopulismus in Europa" ist das Buch der Stunde. Politikwissenschaftler Ernst Hillebrand von der sozialdemokratischen Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin hat dafür Experten aus ganz Europa um Beiträge gebeten. Herausgekommen ist ein ausgezeichnetes Werk, das das europäische Phänomen des Rechtspopulismus ohne Schaum vor dem Mund beschreibt. Das Ziel: Strategien zu erörtern, wie man den Rechten das Wasser abgräbt.

Das Buch verschafft nicht nur einen kompakten Überblick über Europas Rechtsparteien - vom französischen Front National über die FPÖ bis hin zur polnischen Partei "Recht und Gerechtigkeit". Es erklärt auch, warum so viele Menschen, die sich von der Globalisierung abgehängt fühlen, in rechten Parteien eine Alternative sehen. Und was die schrumpfenden Großparteien ihnen entgegensetzen können.

Ernst Hillebrand (Hg.): Rechtspopulismus in Europa. Gefahr für die Demokratie? 2015, Verlag Dietz, 190 S., € 17,40


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