Duschen hilft nicht gegen Depressionen

Sonja Heiss zeigt in "Hedi Schneider steckt fest", wie Angststörungen funktionieren. Lachen ist dennoch erlaubt

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

Stop", sagt Hedi, "irgendwas ist ganz komisch." Und dann nochmal: "Irgendwas ist ganz, ganz komisch." Grad noch haben Hedi und Uli in der Küche rumgemacht, da kann die junge Frau plötzlich ihre Lippen nicht mehr spüren, die Hände nicht bewegen und ihr Herz beginnt zu rasen. Hedi ist überzeugt, dass sie einen Schlaganfall hat, Uli ruft den Notarzt.

Der Film "Hedi Schneider steckt fest" gibt keine simple Erklärung für die Panikattacke, die seine Titelheldin ohne jede Vorwarnung trifft. Zudem ist Hedi, als wir sie kennenlernen, die Lebenslust in Person. Ein fröhliches Gemüt, happy-go-lucky, das nichts aus der Ruhe zu bringen scheint. Einmal bleibt sie auf dem Weg zur Arbeit im Lift stecken, doch keine Spur von Panik. Sie schäkert mit dem Mann am anderen Ende der Notrufleitung, bestellt sich Burger und Pommes bei ihm.

Die heitere Exposition verleiht dem Drama erst seine extreme Fallhöhe. Man reimt sich zusammen, dass Hedis fader Telefonjob in einem Reisebüro, der Selbstmord eines


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige