Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Nachgetragen

Politik | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

Wenn zwei die gleiche Geschichte erzählen, erklärt das gar nichts

JOSEF REDL

Am Wiener Landesgericht für Strafsachen wird derzeit eine der ur-österreichischen Fragen geklärt: Wo woar mei Leistung? Unstrittig ist: Die Telekom Austria bezahlte dem Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly im Jahr 2008 1,1 Millionen Euro. Steht dieser satten Summe keine Leistung gegenüber, dann nennt sich das Untreue und wird mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft. Im konkreten Fall hätte der damalige Telekom-Vorstand Rudolf Fischer die Untreue begangen, Alfons Mensdorff-Pouilly als Empfänger wäre ein sogenannter Beitragstäter.

Dass es dieses Verfahren wegen Untreue gibt, ist unter anderem auf die Kronzeugenregelung zurückzuführen. Der ehemalige Telekom-Finanzchef Gernot Schieszler war es auch, der 2008 den Beratervertrag von Mensdorff-Pouilly auf Drängen von Fischer unterzeichnet hat. Er hat über Malversationen innerhalb der Telekom ausgepackt. Die beiden Angeklagten konnten an den ersten Verhandlungstagen


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