Kein Kräuterweiblein, keine katholische Kuh

Vor 100 Jahren wurde in einem Kärntner Kaff eine der größten Dichterinnen deutscher Sprache geboren: Christine Lavant

Feuilleton | Ständchen: Klaus Nüchtern | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015


Foto: privat

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Es wäre etwas kess, zu behaupten, Christine Lavant hätte Ärzteromane verfasst, indes auch wieder nicht so abwegig, wie es aufs Erste klingt. Denn Ärzte spielen im Schaffen und im Leben der am 4. Juli 1915 zur Welt gekommenen Christine Thonhauser – so ihr Mädchenname – eine herausragende Rolle, was zuvorderst am elenden Gesundheitszustand liegt, in dem sich das neunte und jüngste Kind eines Bergmanns und einer Flickschneiderin von Geburt an befindet.

Bereits als sechswöchiges Baby leidet sie unter Skrofulose, deren Geschwüre nicht nur Hals und Gesicht entstellen, sondern auch ihr Augenlicht ernsthaft bedrohen. Diese Gefahr kann der das Mädchen behandelnde Arzt zwar bannen, aber eine erhöhte Lichtempfindlichkeit wird die Dichterin ihr Leben lang begleiten.


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