Stadtrand Urbanismuskolumne

Gratis, aber nicht umsonst

Birgit Wittstock findet, man sollte sich Stadt und Leute nicht durch den Wahlkampf vermiesen lassen

Stadtleben | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

Jetzt, wo sich die Herren und Frauen Wien-Politiker für den Wahlkampf aufwärmen, beginnt auch wieder das alte Spiel des Neidschürens. Weil: Die anderen, die kriegen ja immer alles in den Arsch gesteckt! Nur die echten Wiener, die schauen halt immer durch die Finger. Darum hat der Wohnbaustadtrat jüngst wohl auch dafür gesorgt, dass in Zukunft die zuerst drankommen, die auch zuerst da waren, anstatt die, die es am dringendsten bräuchten. In den kommenden Wochen werden wir laufend die Stricherlliste vorgehalten bekommen und hören, wer wann wovon zu wenig bekommen hat.

Schön, dass es aber gleichzeitig in dieser Stadt auch ein Miteinander gibt - oder zumindest ein ziemlich friedliches Nebeneinander -, das alle umfasst, egal, wie voll oder leer die Brieftasche gerade ist. Sei das beim bunten und queeren Feiern auf der Regenbogenparade , beim Atmen von Festivalstimmung auf dem Donauinselfest, beim Abstauben von Gratisbüchern für die Kleinen im Rathaus oder beim Vorgelesenbekommen von Literatur an den kommenden lauen Sommerabenden im MQ.


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