Kinderbuch der Stunde

Raupe und Mensch auf der Suche nach Liebe

Marianne Schreck | Feuilleton | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

Das Thema könnte eigentlich mit "Der kleinen Raupe Nimmersatt" schon längst abgearbeitet sein. Wo Eric Carle in seinem ungebrochen erfolgreichen Buch auf Wiederholungen, Fingerübungen und prächtige Illustrationen setzt, gehen zwei österreichische Kinderbuchmacherinnen einen ganz anderen Weg: Sie bieten Infotainment für die Kleinsten. Ein wenig fühlt man sich an den Kinderbuchklassiker erinnert, obwohl bei genauer Betrachtung ein ganz eigener Stil generiert wurde.

Es geht, man konnte es schon vermuten, um den faszinierenden Prozess der Umwandlung von der Raupe in den Zitronenfalter. Ganz leicht und verspielt und mit vielen Wiederholungen beginnt die von der Autorin, Musikerin und Schauspielerin Astrid Walenta verfasste Geschichte, bei der immer mehr Informationen über die Lebensweise der Raupe und des Falters eingeflochten werden. Irgendwann steckt man auf so unbekümmerte Weise in der Thematik drin und hat die Langeweile, die oft von vor Wissen strotzenden Büchern ausgeht, souverän

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