Zugeparkt

San Francisco gilt als die Hauptstadt der Parklets. Endlich kommen die Parkplatzpärkchen auch nach Wien

Stadtleben | Parkbesuch: Birgit Wittstock | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Parklet? Was soll das denn sein?“, fragt Gudrun Wallenböck, studierte Architektin, Designerin, Galeristin und Initiatorin des Krongartens. „Woher kommt der blöde Name? Parklet habe ich noch nie gehört.“ Dabei ist der Krongarten in Margareten, eben jener künstlerisch gestaltete Freiraum mitten im Parkraum, in dem Wallenböck gerade sitzt und dicke Buchhaltungsordner durchsieht, quasi die Mutter aller Wiener Parklets: eine temporäre Stadtoase, ein nichtkommerzieller Treffpunkt im öffentlichen Raum, ein Minipark auf der Parkspur, für alle da.

„Kann ich jetzt bestellen?“, fragt die ältere Nachbarin und zwickt Lukas Flisar in die Wange. „Einen Cappuccino bitte“, sagt sie, Flisar schaut kurz irritiert, geht dann aber in die Büroküche und drückt einen Kaffee aus der Maschine. „Ausnahmsweise!“ Seit ein paar Wochen steht auf zwei Parkplätzen auf der Hernalser Kalvarienberggasse der „Gelbe Garten“; noch so ein neues Wiener Parklet, aus gelben Doka-Platten zusammengeschraubt mit Platz zum Sitzen und für allerhand Grünzeug. Auch der Gelbe Garten ist kein Schanigarten, das Lokal, das dazugehört, ist ein Büro.


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