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IT-Kolumne

Medien | Anna Goldenberg | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

Vor rund einem Jahr bekam ich über Monate hinweg mehrere E-Mails auf Holländisch. Ich kann kein Holländisch. Es gelang mir, zu erraten, dass es sich beim Absender um einen Funktionär eines holländischen Männerfußballvereins handelte, der Trainingszeiten oder Ähnliches organisierte. Ich fühlte mich nicht angesprochen und entschloss mich, den Absender zu informieren, dass er sich scheinbar bei einer E-Mail-Adresse vertippt hatte. Der Funktionär antwortete, er hätte sich schon gewundert, warum mein E-Mail-Namensvetter so unverlässlich geworden war.

Kürzlich fragte ich mich, ob jener holländische Fußballfunktionär Luftsprünge machte, als verkündet wurde, dass man auf gmail.com jetzt das Senden von E-Mails für bis zu 30 Sekunden lang rückgängig machen kann. Obwohl, nein. Eine halbe Minute reicht vielleicht, um ein emotionales Geständnis zu überdenken. Ein holländisches Fußballteam lässt sich damit aber noch nicht retten.


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