Beisl Der steirische Gourmet

Ein ungelüftetes Geheimnis

Steiermark | Restaurantkritik: Günter Eichberger | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

Warum ist das Häuserl im Wald mit dem sehenswert kitschigen Ambiente seit Jahrzehnten ungebrochen beliebt? Dass es sich in Zeiten des Lokalsterbens so hartnäckig behauptet, spricht natürlich für das Häuserl. Worin genau besteht sein Reiz? Ist es der schön angelegte Garten? Die umfangreiche Speisekarte?

Wir bestellen eine Bärlauchcremesuppe mit Croutons ( € 3,80), die ist gehaltvoll wie zu Omas obersseligen Zeiten. Die Leberknödelsuppe ( € 3,-) ist lauwarm, lind und befremdlich dunkel, der Knödel fest. Wir lassen sie zurückgehen. Es wird uns freundlich eine andere Suppe angeboten. Damhirsch-Saison ist gerade nicht, auf der Karte steht er trotzdem. Tiefgefroren gibt es ihn das ganze Jahr. Ein ausgeprägtes Wildaroma hat er nicht, das gilt für das Filet vom Rost ( € 17,-), das uns vorgesetzt wird, ganz besonders. Das Flugentenbrüstchen ( € 18,50) erinnern wir uns schon zarter und nicht so dick aufgeschnitten bekommen zu haben. Die Saucen sind schwer, die Kroketten schmackhaft. Die großzügigen Portionen kaum zu bewältigen. Vielleicht liegt darin das Geheimnis des Erfolgs. An kulinarischer Raffinesse kann es nicht liegen.

Resümee

Ein wenig ratlos und über die Maßen gesättigt verlassen wir das Lokal. Man müsste eine Langzeitstudie machen. Aber dazu fehlt uns die Motivation.

Häuserl im Wald Roseggerweg 105, 8044 Graz, Tel. 0316/39 11 65, Di-So 11-23 Uhr


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige