Wie die Maschine Welt funktioniert

Michael Glawoggers posthum erschienener Erzählband nimmt die Leser auf eine beeindruckende Reise zwischen Doku und Dichtung mit

Politik | Rezension: Sibylle Hamann | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

Es war keine Tsetsefliege, sondern eine Malariamücke, die das Leben des großen Filmemachers Michael Glawogger abrupt beendete, im April 2014. Dennoch reißt es einen, wenn man in seinem posthum erschienenen Erzählband auf Geschichte Nummer 22 stößt. Die heißt "Tsetsefliege" und spielt in der Serengeti in Tansania. "Manchmal war es nur der Blick eine lange Straße hinunter, der sein Herz höher schlagen ließ", beginnt sie. "In der Ferne sah er eine Gruppe von Frauen, die sich am Straßenrand so elegant bewegten, als wäre das genau der Tag, auf den sie gewartet hatten."

Wir wissen nicht, wer der Ich-Erzähler ist, den wir auf seinen Reisen begleiten, durch Afrika und Asien ebenso wie durch die Steiermark seiner Kindheit. Aber man kann sich unmöglich dagegen wehren, dass sich Glawogger selbst in die Szenen hineinschiebt, mit seiner bestimmten, unerschrockenen und gleichzeitig so zarten und respektvollen Art. Wir folgen ihm, wie seine Gedanken abgleiten in Vergangenes, Noch-nicht-Geschehenes


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