Tsipras' Hochseilakt ohne Netz

Das Referendum in Athen ist ein waghalsiges Manöver. Aber es gibt wohl keine Alternative

Kommentar: Robert Misik | Falter & Meinung | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

Die Frage war natürlich halb als Witz gemeint, die ich vor zwei Wochen Dimitris Tzanakopoulos stellte: "Und? Macht Regieren Spaß?" Aber so richtig lachen konnte der Kabinettschef von Alexis Tsipras nicht: "Nein", so seine Antwort. "Der Druck ist enorm, und wir stehen vor Dilemmata, von denen wir nicht einmal ahnten, dass wir ihnen jemals in unserem Leben begegnen werden." Wahrscheinlich hat er schon gewusst, welche Entscheidungen in der Woche darauf auf die griechische Regierung zukommen werden.

An deren Ende rief Alexis Tsipras ein Referendum aus, womit er das Gesetz des Handelns wieder an sich riss - aber das kann natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass er damit einen Hochseilakt ohne Netz wagt. Ist das klug? Und was kann aus dem Referendum eigentlich folgen?

Zunächst einmal hatte Alexis Tsipras kaum eine andere Wahl. Gut, er hätte sagen können: "Ich ergebe mich!" Aber das ist ja nicht exakt das, was man unter einer Alternative versteht. Tsipras' Regierung hatte vor knapp neun

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