A wie Abramović, Ž wie Žižek

Mit Kalauern durch Eurokrise, Kunst und Tod: das Kollektiv Toxic Dreams bescherte dem Tanzquartier Wien eine kleine Weltausstellung

Feuilleton | Reportage: Matthias Dusini | aus FALTER 27/15 vom 01.07.2015

An der Wampe von Yosi Wanunu kam keiner vorbei. Der Mitbegründer des Kollektivs Toxic Dreams spielte gemeinsam mit Anat Stainberg eine Performance der Künstlerin Marina Abramović nach, als Auftakt zu dem Stationendrama "The Circus of Life A - Z" im Tanzquartier Wien. Im Original standen Abramović und ihr damaliger Lebensgefährte - 1977 ein junges, schlankes Paar - am Eingang einer Galerie.

Die nackten Künstler wollten das Publikum mit ihrer Berührung aus der Reserve locken. Die Wiederaufführung hingegen wirkte wie eine Satire auf Abramovićs Rang als Superstar der Performancekunst, der seine Konzepte mittlerweile von Assistenten ausführen lässt. Abramović war das "A" in einer Serie von Minidramen, mit der Toxic Dreams durch Kunst und Alltag, Theorie und Popkultur führten, von Abramović über Tarantino bis Žižek. Die Künstler nennen das Programm eine Weltausstellung, die einzelnen Stücke "Pavillons".

Etwa hundert Leute versammelten sich am letzten Freitag, um mit Toxic Dreams


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