Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Cool Moments von Mr. Perkins

Über Eistee und den Teebeutel als Inszenierungselement

Stadtleben | MS | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Kürzlich feierte man in den USA den Tag des Eistees. Am 10. Juni begeht man dort jährlich ein Fest für den gekühlten Gaumen. Wie viele erfrischungstechnische Neuerungen wurde auch der Eistee auf der Weltausstellung 1904 im heißen St. Louis im Bundesstaat Missouri einer breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht. Der für den Teepavillon zuständige Brite Richard Blechynden sollte den Amis Schwarztee präsentieren, was angesichts der hohen Temperaturen als schwieriges Unterfangen galt. Man servierte also die gekühlte Variante.

Nun sichtet man dieser Tage in Supermarktregalen Teebeutel zum Kalt-Aufgießen, Cool Moments von Mr. Perkins nennt sich das Produkt, das in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten wird. Der Klassiker Minze-Lemon besteht zum überwiegenden Teil aus Pfefferminze, es gesellen sich Brombeerblätter, Süßholzwurzel und Zitronengras dazu. Wie funktioniert das Prinzip? Der Teebeutel wird in kaltes Wasser getaucht. Nach acht Minuten ist der Drink fertig und schmeckt, na ja, nicht fad. Aber doch nicht richtig vollmundig. Durch ein spezielles Verfahren hat man hier die Ingredienzien so aufbereitet, dass ihr Aroma auch bei niedrigen Temperaturen im Wasser abgebildet wird. Dass man hier das Ritual des Teebeutels beibehalten hat, ist der Inszenierung geschuldet und soll den Charakter als Tee unterstreichen. Gut ist, dass hier nur Süßholz drin ist, wodurch die vielen übersüßten Instantvarianten doch in den Schatten gestellt sind. Einen Versuch ist es wert.


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