Die Glosse vom Falter

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Falter & Meinung | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Brand aus heißt es demnächst in allen Wirtshäusern des Landes. Vor der Sommerpause soll der Nationalrat das neue Tabakgesetz beschließen, das nach jahrelangen Querelen das Qualmen in allen gastronomischen Betrieben verbietet. Ab Mai 2018 sind dann auch die Raucherzonen in Kaffeehäusern und Restaurants Geschichte.

Die Bayern sind da schon weiter. Sie haben das generelle Rauchverbot bereits 2010 eingeführt. Auch in dem deutschen Bundesland war die Aufregung groß. Wirte und leidenschaftliche Raucher machten gegen die "Beschneidung ihrer persönlichen Freiheit" mobil, wie es damals im Bürgerkriegsjargon der Paffk ameraden hieß. Neue Umfragen zeichnen ein anderes Bild. Die große Mehrheit der Bayern befürwortet das Aus für den Tschick. Sogar die Wirte möchten nicht mehr zurück; sie haben Kettenraucher verloren und Familien gewonnen.

Nichtrauchen hatte immer schon etwas Biederes. Wen wird es daher wundern, dass Spießer nun das rauchfreie Leben in vollen Zügen genießen.


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