Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Benedikt Narodoslawsky | Falter & Meinung | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Alle Wege führen nach Rom, aber kaum einer führt raus aus der Hölle. 38 Grad, Hitze überall. Wer sich mittags aus den Redaktionsbüros vor den tropischen Temperaturen in den oberen Stock in die Grafikabteilung flüchten will, trifft auf Kollegen, die auf ihren Computern Eier braten.

Klimaanlagen sind im Falter generell überbewertet, wir vertrauen hier auf Ventilatoren. Wem die Windattrappe als Erfrischung nicht reicht, der muss in die nahe gelegene Lebensmittelhandlung schleichen und sich zum Abkühlen vors Milchregal stellen. Gewisse Dienstleistungen muss ein Betrieb schließlich outsourcen können. Und nein, man muss sich nicht schämen, Käse um Käse aus dem Regal zu holen, jeden einzelnen interessiert zu betrachten und ihn dann wieder sorgfältig einzusortieren. Vor dem Kühlregal lässt sich auch in Würde Eiszeit schinden.

In der Redaktion ist die Reaktion auf die Hitze jedenfalls vielfältig. Isa Grossmann hat sich den roten Kübel aus der Küche geschnappt, ihn mit kaltem Wasser befüllt und unter ihren Schreibtisch geschoben. Er kühlt Gemüt und Zehen. Barbara Tóth kreuzt mit Anker auf dem Oberarm auf, um in heißen Zeiten ein klares Bekenntnis zum Wasser abzulegen. Sieht aus wie ein Tattoo, ist aber abwaschbar; es wird ja hoffentlich irgendwann wieder kälter.

Gerhard Stöger hat derweil im Frisörsalon einmal "umgekehrter Mönch" bestellt - mittig Haar, rundherum abgeschert. Weniger Fell, weniger Wärme. Hält die Hitzewelle an, wird die Sommerfrisur in der Falter-Redaktion bald Mode sein.


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