Ein Reiseführer durch ein braunes Wien des Grauens

Ein politischer Reiseführer führt durch das Wien der Nazizeit und zeigt auch das heutige Wien aus einer historischen Perspektive

Politik | Rezension: Nina Horaczek | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Sommerzeit ist die Zeit der schönen Reiseführer, durch die man in freudiger Erwartung des verdienten Urlaubs blättert.

Eva Maria Bachinger und Gerald Lehner haben einen Reiseführer geschrieben, der wenig Schönes beinhaltet, sondern einen erschreckt, der aufwühlt, der aber umso wichtiger ist. Ihre Reise führt durch die braune Topografie von Wien.

"Im Schatten der Ringstraße" nennt sich das handliche Buch, das in 62 Stationen durch das Wien der Nazi-Ära führt und zu dem, was davon noch heute, 70 Jahre später, zu sehen ist.

Da ist natürlich, ganz präsent, der Heldenplatz. Ein Bild dieses mit Menschenmassen gefüllten Platzes während Adolf Hitlers Rede am 15. März 1938 ist auch auf dem Cover des Buches zu sehen. "Brennpunkt der Schande" nennen die beiden Autoren diesen Ort. Weiter geht es zur Hofburg, in Erinnerung an den Wahlkampf des früheren Bundespräsidenten Kurt Waldheim (ÖVP). Die Waldheim-Affäre des Jahres 1986, die Debatte um die Kriegsvergangenheit dieses Politikers


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