Nachgesehen

Eine peinliche Bezirksposse um das Andenken des Fritz Zawrel

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Als Fritz Zawrel noch lebte, scherzte er, dass auf seinem Grab "Erbbiologisch und sozial minderwertig" eingemeißelt werden solle. Der schwarze Humor eines NS-Überlebenden, der am Spiegelgrund vom NS-Arzt Heinrich Gross - von ihm stammen diese Worte - beinahe ermordet worden wäre.

Sein ganzes Leben litt Zawrel unter dem Stigma, ein Verbrecher zu sein. Tatsächlich saß er einige Jahre wegen Einbrüchen - Vorstrafen der NS-Justiz, die ihn wegen Diebstahls eines Essenpakets drakonisch strafte, machten es möglich. Zawrels Vorstrafen wurden vom Bundespräsidenten gelöscht, er selbst geehrt, weil er Gross entlarvte und zehntausende Schüler als Zeitzeuge unterrichtete. Die Landstraßer ÖVP-Bezirksrätin Sabine Schwarz stellte nun den Antrag, eine Schule nach Zawrel zu benennen. Doch die Landstraßer FPÖ legte ein Veto ein. Zawrel sei doch "vorbestraft". Auch die SPÖ bremste die Entscheidung, will dem Antrag aber nun zustimmen.


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