Der letzte Held

Vom Massengrab zum Klett ersteig: Wie der heroische Tod des Bergsteigers Josef Innerkofler vor 100 Jahren das Bild vom Ersten Weltkrieg prägte

Feuilleton | Spurensuche: Matthias Dusini | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015


Foto: Privatarchiv Familie Innerkofler

Foto: Privatarchiv Familie Innerkofler

Der tödliche Schuss fiel am 4. Juli 1915 kurz nach acht. Der Bergführer Josef Innerkofler (Jahrgang 1865) hatte den Auftrag bekommen, mit einer Patrouille den Paternkofel in den Südtiroler Bergen zu stürmen. Nur widerwillig war er dem Befehl des ortsunkundigen Offiziers gefolgt. Zu riskant schien ihm das Unternehmen, zumal die sechs Angreifer einem zahlenmäßig überlegenen italienischen Verteidigungsposten gegenüberstanden.

Um ein Uhr nachts stieg die Patrouille von den Ruinen der Dreizinnenhütte über Schneefelder in die Höhe. Kletterpatschen sollten den letzten Aufstieg über Fels erleichtern. Als Innerkofler den Gipfel erreichte, hatte die Artillerie der k.u.k. Armee den unterstützenden Beschuss bereits eröffnet. Die Maschinengewehre beider Armeen ratterten. Innerkofler warf Handgranaten, wurde von einer Kugel getroffen, stürzte in die Tiefe und blieb auf einem Schneefeld liegen.


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