Nüchtern betrachtet

Das Neueste von den Mücken aus Tomelilla

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Unlängst sah ich ein Interview, in dem der Jazzpianist Martin Tingvall erklärte, dass es ihm auf seinem jüngsten Album "Distance" darum gehe, "Abstand von der Schnelligkeit unserer Welt" zu nehmen. Viele Menschen hätten nämlich heutzutage gar keine Zeit mehr für echte Begegnungen: "Man trifft sich nur im Internet, in sozialen Medien, und man telefoniert nicht einmal miteinander, und ein Treffen ist kaum denkbar."

Wie man in den Nachrufen auf ihn unlängst lesen konnte, hat Harry Rowohlt die Frage nach seiner liebsten Eigenschaft einmal mit "Sagen, was man denkt - und sich davor was gedacht haben" beantwortet. Ich möchte Herrn Tingvall nicht zu nahe treten. Er sieht sehr schwedisch und sympathisch aus (ein Pleonasmus, ich weiß) und ist gewiss ein ernsthafter junger Mann. Er stammt allerdings aus Tomelilla, was wohl einiges erklärt. Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass die Mücken von Tomelilla, einer Kleinstadt in der Provinz Schonen, um ein ganzes Drittel langsamer sind als


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