TV-Kolumne

Zeit am Schirm


Matthias Dusini
Medien | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Ganz Europa versammelt sich vor dem Fernsehgerät, wenn ein Fußballturnier läuft. In den vergangenen Wochen war es die Griechenlandkrise, die die völkerverbindende Kraft des Mediums unter Beweis stellte. Nachrichtensendungen und Talkshows kommentierten und diskutierten die Verhandlungen über Kredite und Sparmaßnahmen wie einen dramatischen Spielverlauf. Wie im Sport ärgerten sich die Zuseher über Experten, die Plattitüden von sich gaben. Jeder wusste es besser und war insgeheim froh, dass er nicht selber aufs Spielfeld musste.

Das griechische Referendum am vergangenen Sonntag war dann eine Art Finale. Niemand mochte den Ausgang vorhersagen, aber nach dem überraschend eindeutigen Nein zu weiteren Sparmaßnahmen meldeten sich jene zu Wort, die es immer schon gewusst hatten. Yanis Varoufakis, der griechische Finanzminister, trat nach dem Votum zurück. Besser wird er nie spielen.


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