Kommentar Öffentlicher Raum

Offenbar auf Sand gebaut: Sky & Sand am Donaukanal

Falter & Meinung | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Die Interessen der Freizeitgestaltung und Naherholung haben Vorrang vor kommerzieller Nutzung", heißt es im Masterplan für den Donaukanal. Für Projekte privater Investoren gilt: Sie sind einer transparenten Reglementierung hinsichtlich Gestaltung, Dimensionierung und Mehrwert für die Bevölkerung unterworfen. Gut, dass solche Empfehlungen (2010) offi ziell niedergeschrieben wurden. Und gut, dass sich Wiens Bevölkerung nicht mehr so einfach was vor die Nase setzen lässt. Oder - im Fall des 800-Sitzplätze-Gastro-Projekts "Sky & Sand" eines privaten Investors - an den Donaukanal.

"Wiesen für uns alle", forderten Aktivisten und sammelten Unterschriften, damit die Kanal-Wiese bei der Augartenbrücke (samt der bei urbanen Kletterern beliebten "Flex-Wand") so erhalten bleibt, wie sie ist: mit Bäumen, ohne Konsumzwang. Wiens grüne Vizebürgermeisterin hat nun den Fachbeirat für Stadtplanung und Stadtgestaltung befragt, der sagte Nein und Maria Vassilakou stoppte das Projekt. Mit gutem Grund: Der Masterplan weist den betreffenden Bereich als einen zur "konsumfreien Erholungsnutzung" aus. Die SPÖ möchte die Erholungsnutzung einfach ein paar Meter kanalabwärts verschieben und am Masterplan herummurxen. Das viel engere Tauschgelände vis-àvis der Anlegestelle beim Schwedenplatz ist laut Plan für "Investorenprojekte" vorgesehen.

Wie absurd! Wieso nicht überhaupt Bauordnungen ignorieren und Investoren attraktive Grundstücke verschaffen? Wieso "Sky & Sand" nicht auf die Copa Kagrana verfrachten? Ach so: weil die Stadt dort vor Jahren schon einmal einen Fehler gemacht hat - und den heutigen Pächter nur mehr schwer wegbekommt.


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