Sport Glosse

Früher war Tennis das Spiel von Zauberern

Johann Skocek hat Wimbledon gschaut

Stadtleben | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Vor fast 40 Jahren habe ich Virginia Wade vergöttert, sie gewann 1977 gegen das niederländische Riesenbaby Betty Stöve das Wimbledon-Finale: 4:6,6:3,6:1. Es waren die Jahre, da wir kein Match verpassten und John McEnroes Handgelenk, wie von Gottes Hand gelenkt, bewundert haben. Vor ein paar Tagen habe ich wieder zugeschaut. Virginia bewegte sich grazil und gelassen wie eine Welle vor Hawaii. Sie trug ein weißes Tenniskleid, lächerliche Stirnbänder mit Sponsorlogo gab es nicht. 1977 machte Björn Borg den US-Macho Jimmy Connors, den mit der Eisentraverse als Schläger, fertig. Virginia Wade ist heute eine britische Lady, und Prinz Charles' Camilla würde ihre Hutsammlung dafür geben, so auszuschauen. Roger Federer, der 26 Jahre nach Wade zum ersten Mal in Wimbledon gewann, wirkt im Gras wie Gandalf - der letzte Zauberer unter Hobbits und Robotern.


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