Seinesgleichen geschieht

Schlechtes Benehmen wieder gefragt - Lobpreis des Yanis Varoufakis

Der Kommentar des Herausgebers

Falter & Meinung | Von Armin Thurnher | aus FALTER 28/15 vom 08.07.2015

Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst von Yanis Varoufakis. Alle Mächte des alten Europa hatten sich zur Hetzjagd auf diesen unheiligen Antipolitiker verbündet. Am Ende war ihm klar, er musste sich opfern oder opfern lassen, weil er seine Rolle gespielt hatte. Es hatte ihm nichts genützt, dass er seine Ideen bereits formuliert hatte, ehe er ins Amt gelangte.

Europäische Finanzminister lesen keine Thesen. Auch ihre Sprachrohre, die europäischen Mainstreammedien, lesen nichts. Unsere Epoche zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Klassengegensätze nicht nur vereinfacht, sondern primitiviert hat. Es genügt, jemanden in ein Gut-Böse-Schema zu pressen, dann wird er dort bleiben und zu einer Medienfigur verkommen, zur Parodie dessen, was die Medien aus ihm gemacht haben.

Der Spiegel hielt Yanis Varoufakis am Ende vor, er habe sich am Anfang zu einer Homestory hinreißen lassen. Deutsche Medien fanden sowieso ihre Idiosynkrasie, um's griechisch zu sagen, im Stinkefinger. Dass Varoufakis


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