"Immer diese Sehnsucht nach dem starken Mann"

Versucht die ÖVP, die SPÖ in Neuwahlen zu treiben? Wiens Bürgermeister Michael Häupl glaubt, ja. Deshalb geht bei den Reformen im Schulsystem und der Asyldebatte kaum etwas weiter

Politik | INTERVIEW: JOSEF REDL BARBARA TÓTH | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

Wahlkampf in Wien ist, und das ist nicht nur eine "Zeit fokussierter Unintelligenz", wie Michael Häupl es einmal treffend nannte, sondern auch eine Zeit der forcierten Selbstdarstellung. Nur so lässt es sich erklären, dass der normalerweise fotografenscheue Bürgermeister bereitwillig im Rathauspark posiert. Auch im Interview ist Häupl offener als sonst.

Falter: Herr Bürgermeister, wären Sie Grieche, wie hätten Sie vorletzten Sonntag gestimmt? Mit Ochi oder Nä?

Michael Häupl: Ich bin kein Grieche. Aber wäre ich ein Familienvater, ein Alleinverdiener, mit zwei Kindern und einer kranken Oma, und ich könnte nicht auf mein Geld zugreifen, weil die Banken leer sind - dass ein Familienvater in dieser Situation mit "Nein" stimmt, verstehe ich. Also Ochi.

Und wenn Sie griechischer Politiker wären?

Häupl: Es ist eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Die griechische Regierung hat sich in der Vergangenheit viel reindrücken lassen, um es auf Wienerisch zu sagen. Die Rüstungsausgaben etwa.


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