Do it yourself: Wackel mit dem Beat

Workshop, Diskussion und Party: Das Impulstanz-Festival abseits des Performanceprogramms

Lexikon | TANZBERATUNG: SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015


Foto: Karolina Miernik

Foto: Karolina Miernik

Wenn die rosa Räder die Stadt belagern und in heißen Sommernächten die Menschenmassen auf dem kleinen Grasfleck vor dem Burgtheater sitzen und aus dem Vestibül die Tanzmusik ins Freie dringt, dann ist das Internationale Tanzfestival Impulstanz wieder in die Stadt eingezogen. Und da wird es über vier Wochen lang bleiben.

Von 16. Juli bis 16. August ist Festivalbetrieb, zu sehen gibt es insgesamt 57 Produktionen, ganze 30 davon sind Uraufführungen. Weil Impulstanz aber mehr ist als ein reines Performance-Festival – in seinen Anfängen bestand es sogar nur aus Workshops–, gibt es abseits vom Stückeschauen auch noch viele andere Sachen zu tun.

Die Workshops

Während auf den Wiener Bühnen (und dieses Jahr auch in den Museen) Tanz und Performance gezeigt wird, kann man in den großen hellen Räumen des Arsenals selber das Tanzen lernen – oft von denen, die man am Vorabend auf der Bühne gesehen hat. Über 260 Workshops gibt es dieses Jahr, davon sind 100 für Anfänger. Das Angebot reicht von zeitgenössischem Tanz über Ballett, Yoga und afrikanischen Rhythmustanz bis hin zu Bollywood, Hip-Hop, Voguing oder Pilates.

Ein fixer Bestandteil des Workshop-Programms sind mittlerweile die „DanceAbility“-Klassen, in denen der inklusive Tanz im Mittelpunkt steht, die Golden-Age-Workshops für alle über 55 und die Kurse für Kinder und Jugendliche.

Auch gut: Wer nicht weiß, wohin mit den Kleinen während des Tanzkurses – auf dem Gelände wird Kinderbetreuung angeboten. Bei fast allen Workshops kann man übrigens auch nur zum Zuschauen vorbeikommen, was sich wirklich auszahlt. Die Atmosphäre im Arsenal ist ziemlich super und Frankophil schenken Essen und Trinken aus

Wer Lust verspürt, sich noch für einen Workshop anzumelden, freie Plätze gibt es unter anderem in der Klasse „New Style Street Jazz Advanced“ der Street-Jazz-Erneuerin Nathalie Lucas (20. bis 24.7.), beim „Flexing“ mit der Körperverbiegungs-Ikone Drew Dollaz (27. bis 31.7.) und für den Wochenend-Intensiv-Kurs „Parkour“ mit Leech (25. und 26.7.).

Kinder und Jugendliche können sich etwa noch bei Rino Indionos Workshop „Tanz × Medien“ (15 bis 20 Jahre), bei Lise Lendais’ Klasse „Im Land der Barbarei“ (13 bis 16 Jahre) oder für „Afrikanischen Kindertanz“ bei Mamadou M’Baye (6 bis 9 Jahre) anmelden.

Ein gutes Bild zu den einzelnen Workshops kann man sich bei der Eröffnungspräsentation „impressions ’15“
machen, wo die Dozenten ihr Programm vorstellen.

Arsenal, 19.7., 16.00

Einmal in der Woche sind Musiker und Tänzer bei den „Open Jams“ dazu eingeladen, frei zu improvisieren.

Arsenal, 24. und 31.7., 7. und 14.8, 18.00

Die Diskussion

Bei der Diskussion „Performing with a Museum“ wird über Fragen der Partnerschaft zwischen dem Weltmuseum und den dort stattfindenden Performances gesprochen. Mit Steven Engelsman, Jani Kuhnt-Saptodewo, Claudia Bosse, Helmut Ploebst, Sigrid Gareis, Choy Ka Fai u.a.

Weltmuseum, 12.8., 17.00 (Eintritt frei)

Die Partys

Nicht ohne Grund steckt im Begriff „Festival“ auch das Wort „Fest“ drinnen. Bei Impulstanz feiert man – und das ist keine Übertreibung – jeden Abend ein Fest.

Allabendlich wird in der Festival-
Lounge
im Burgtheater Vestibül mit DJ-Line, Live-Konzerten, Sofalandschaft, Drinks und Liegestühlen die Sommernacht zelebriert. Von Popschnulzen bis zu Deep House, von Cosmic Freestyle bis Hip-Hop, von Jazz bis Soul und von Eclectic zu Elektro und Funk: An den Turntables probieren sich hier nicht nur professionelle DJs aus, sondern auch immer wieder die Künstler des Festivals. FM4 lädt jeden Freitag die besten heimischen DJ-Exporte ein, und Vertreter des Wiener Elektroniklabel Affine Records drehen auch heuer wieder die Plattenteller.

Zudem stehen bei „Impulstanz on Decks“ jeweils dienstags und donnerstags Festivalmitarbeiter selber sowie Künstler und Workshop-Dozenten am DJ-Pult. Der Sonntag ist der Livemusik gewidmet. Am 19. Juli tritt die Band Namby Pamby Boy auf, am 26. Juli der Jazzsänger Willi Landl und am 9. August der Künstler Frans Poelstra mit seiner Konzertperformance „no nothing“.

Burgtheater Vestibül: jeden Abend ab 22 Uhr bei freiem Eintritt

Nur an zwei Abenden bleibt das Vestibül geschlossen, nämlich dann, wenn die noch größeren Impulstanz-Partys im Kasino am Schwarzenbergplatz stattfinden. Da wäre die Eröffnungsparty am 24. Juli mit einem Liveauftritt von Lylit und DJ-Support von Kristian Davidek (Davidecks / FM4) und Chester Rush sowie die danceWeb-Party am 14. August mit einem Sweet Heat Special feat. Knwohwo & A++ und B. Visible (Cosmonostro). Danach legt FM4-Mann Martin Pieper auf.

Impulstanz 2015: 16.7. bis 16.8.

Information: www.impulstanz.com


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