"Wiener Pop zeichnet sich durch Stilsicherheit aus"

Feuilleton | INTERVIEW: GERHARD STÖGER | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

"Pop-Nerds der Welt, schaut auf diese Stadt", schrieb Linus Volksmann, 42, Ende letzten Jahres im Musikexpress über die neue Popmetropole Wien. Seinem Aufruf sollten nicht nur Nerds folgen. Doch was genau macht den gegenwärtigen Wiener Pop so reizvoll? Wie sieht der Blick von außen aus? Der Falter erreichte den Journalisten, Buchautor und Ex-Redakteur des Magazins Intro daheim in Köln.

Falter: Herr Volkmann, was hat der Wiener Pop, das dem deutschen fehlt?

Linus Volkmann: Bei uns gibt es seit der Jahrtausendwende wieder ein gesteigertes Interesse an deutschsprachigem Rock und Pop, dem aber etwas bestürzend Kunstloses innewohnt. Alle Bands haben davon zu künden, wie sehr sie am Boden geblieben sind, Exkurse in den Größenwahn werden höchstens im Hip-Hop geduldet. Die deutsche Romantik scheint wieder zurück, bloß das Schwelgerische ist weg und das Dumme ist geblieben. Bands wie Wanda oder auch Bilderbuch wirken da wie eine Befreiung.

Was genau taugt Ihnen an diesen Bands?

Volkmann:


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