Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wien gedenkt der Opfer der Kriegsverbrechen in Srebrenica

Politik | BARBARA TÓTH | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

Menschen versammelten sich im ostbosnischen Srebrenica, 1200 fanden sich auf dem Wiener Heldenplatz ein. Anlässlich des 20. Jahrestages des Völkermordes bosnisch-serbischer Truppen gedachten an vielen Orten der Welt Menschen jener 8000 muslimischen Männer und Buben, die nach der Einnahme der Uno-Schutzzone am 11. Juli 1995 brutal ermordet worden waren. Die Frauen waren nach Tuzla, das damals unter Kontrolle muslimischer Truppen stand, vertrieben worden.

In Wien zog sich der Gedenkzug friedlich vom Karlsplatz durch die Innenstadt zur Abschlusskundgebung auf dem Heldenplatz, wo Kerzen in Erinnerung an die Opfer angezündet wurden. In Srebrenica selbst kam es zum Eklat. Serbiens Premier Aleksandar Vučić, der Blumen niederlegen wollte, wurde von aufgebrachten Demonstranten mit Gegenständen beworfen.

Die juristische Aufarbeitung Srebrenicas ist noch nicht abgeschlossen. Vor dem Uno-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) laufen weiterhin die Prozesse gegen Ratko Mladić und den ehemaligen Präsidenten der bosnischen Republika Srpska, Radovan Karadžić. Mehrere ehemalige hohe bosnisch-serbische Offi ziere wurden schon zu langen Haftstrafen, drei zu lebenslanger Haft verurteilt.


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