Der Grexit droht immer noch

Der Euro-Gipfel in Brüssel sollte Griechenland rett en. Aber die akute Not bleibt und viele zweifeln schon an dem neuen Krisenplan

Politik | RESUMEE: ERIC BONSE, BRÜSSEL | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

An diesen Gipfel werden sich die EU-Politiker noch lange erinnern. Zwei Tage lang rangen die 19 Finanzminister und die Staats-und Regierungschefs der Eurozone vergangenes Wochenende in Brüssel um eine Lösung für die Griechenland-Krise. Eine ganze Nacht lang hing das Schicksal der Währungsunion am seidenen Faden.

Zum ersten Mal wurde offen über den Rauswurf eines Landes aus dem Euro diskutiert. Zum ersten Mal wurde eine gewählte Regierung gezwungen, ihr Wahlprogramm, ihre Gesetze und eine Volksabstimmung in den Papierkorb zu werfen. Zum ersten Mal auch wird griechisches Staatsvermögen einer Treuhand-Anstalt unterstellt, auf die nicht die vom Volk gewählte Regierung, sondern Wirtschaftsexperten Zugriff haben sollen.

Doch am Tag danach tat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU), als sei nichts geschehen. Die erst am frühen Montagmorgen nach 17-stündigen Verhandlungen gefassten Beschlüsse seien "ganz auf der Linie früherer Programme", verkündete sie. "Die Grundprinzipien wurden


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