Nüchtern betrachtet

Ich bin ziemlich gut in Geselligkeitsanbahnung

Feuilleton | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

Letzte Woche habe ich mich ein wenig über Martin Tingvall lustig gemacht, weil er unhaltbares Zeug verzapft hat. Grundsätzlich aber weiß ich mich mit ihm einig und begrüße planvolle Geselligkeit so sehr wie er. Ich gehe da auch immer mit gutem Beispiel voran. Es ist kaum übertrieben, wenn ich behaupte, dass ich der treffbarste Mensch bin, den ich kenne. Man kann mit mir super was trinken, ins Kino oder spazieren gehen -Mail oder SMS zwei, drei Tage davor genügt. Manchmal habe ich schon was vor oder nehme gerade Ferien vom Getränk, aber in der Regel haut das hin.

Zugegeben, ich bin in einer privilegierten Position: "Kaum Arbeit, aber doch viel Geld" (Helge Schneider). Und natürlich entscheidet die Stellung der Menschen im Produktionsprozess über deren Treffbarkeit. Manche haben stressige Berufe oder komplizierte Lebensentwürfe, die der kurzfristigen Anberaumung von Geselligkeiten entgegenstehen. Dann muss man eben rechtzeitig zu planen beginnen. So habe ich Anfang Februar eine

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