Punkterl Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

Kaum ein VIP gibt es zu, aber was Gelsen für den Sonnenanbeter, sind Selfies für Prominente. Um die Wahrheit auszusprechen, braucht es schon einen wie Niki Lauda, dem eh schon alles wurscht ist. "Normalerweise geht man weiter, grüßt höflich, und dann ist alles erledigt. Jetzt muss man stehenbleiben, diskutieren, ein Selfie machen", erklärte er vor einem halben Jahr auf Ö3. Dass es Selfies gebe, "belastet mich unendlich", erklärte der Fan des hingefetzten Autogramms.

Sympathischer ist da, wer sagt, dass er Selfies mag. "Mir ist das lieber, als den Kugelschreiber zu greifen und wortlos meinen Namen auf irgendein Papier zu kritzeln", erklärte Boxlegende Henry Maske nun in der Süddeutschen Zeitung. "Manche wissen gar nicht, wer ich bin, und schicken das Foto gleich der Mama oder Oma."

Vielleicht ist der Sympathievergleich zwischen Lauda und Maske unfair. Schließlich ist das Selfie-Problem für Boxer weniger drängend, da sie ja nach jedem Kampf anders aussehen. Den Lauda erkennt hingegen jeder gleich am Kapperl. F


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige