Technik Dinge, die uns brauchen

Lesen wie auf Papier ohne Extravaganz

Medien | PRÜFBERICHT: THOMAS VAŠEK | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

E-Books haben ein zentrales Problem. Es liest sich darin nicht so gut wie in gedruckten Büchern. Ein ordentlich gesetztes Buch sieht schöner aus, man kann darin blättern und herumkritzeln -und auch einmal Eselsohren reinmachen. Das alles bieten E-Reader nicht.

Aber die Hersteller lernen dazu, nicht zuletzt aus der Erfahrung der Leser. Ein aktuelles Beispiel bietet der neue Kindle Paperwhite (129 Euro mit WLAN, 199 Euro mit Mobilfunk). Statt irgendwelche extravaganten neuen Features einzuführen, die womöglich kein Mensch braucht, hat sich Amazon noch einmal die Basics vorgenommen.

Bei elektronischen Büchern sind das zunächst einmal Bildschirmauflösung und Schriftbild. Das Display des neuen Paperwhite ist mit 300 ppi deutlich schärfer als beim Vorgängermodell. Außerdem gibt es die neue Serifenschrift Bookerly, die wesentlich besser lesbar ist als die alte Schrift; dazu gibt es eine "Typesetting-Engine", also eine Software, die Silbentrennung und Buchstaben-sowie Wortabstände optimiert. Die Lesbarkeit kommt sehr nah ans gedruckte Papier heran.

Leider hat Amazon dem neuen Paperwhite keine Sensortasten fürs Blättern spendiert, wie dem teureren Spitzenmodell Voyage. Für Besitzer des alten Paperwhite gibt es zwar keine zwingenden Gründe, sich das neue Modell anzuschaffen, aber die deutlich bessere Lesbarkeit ist zumindest ein starkes Argument. Schließlich will man mit E-Readern ja doch nur das eine tun -nämlich lesen.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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