Kommentar Urheberrecht

Bloß keinem wehtun: Das Urheberrecht stopft nur ein paar Löcher

Falter & Meinung | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

Streit wegen Erschöpfung beendet. Diesen Eindruck vermitteln die Reaktionen auf die vom Nationalrat beschlossene Festplattenabgabe, die ab 1. Oktober in Kraft treten soll. Wer ein Handy, einen USB-Stick oder einen Computer kauft, wird gleichzeitig auch Künstlerinnen und Künstler bezahlen, denn ein bestimmter Betrag - maximal sechs Prozent des Preises - wird zur Vergütung von Urheberrechten eingehoben.

Die Speichermedienvergütung ist ein neuer Name für ein altes Modell. Jeder Konsument hat das Recht, Musik für den privaten Gebrauch zu kopieren, und dafür wurde eine Pauschale, die sogenannte Leerkassettenvergütung, eingehoben. Die Kassettenrekorder verschwanden, und so auch die Einnahmen der Verwertungsgesellschaften. Die digitalen Kanäle des Internets machten Musik und Filme zum Gratisprodukt, die Kulturschaffenden hatten das Nachsehen.

Die neue Abgabe soll einen Teil der Verluste aufwiegen. Wie viel das sein wird, schrieben die Beamten des Justiz-und des Kulturministeriums fest:


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