Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Traiskirchen: Ein Rudel Journalisten auf Elends-Sightseeing-Tour

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

Seit Jahren verweigert das Innenministerium Journalisten den Zutritt zum Flüchtlingslager Traiskirchen. Man müsse die Privatsphäre der Asylwerber schützen, lautet das Argument.

Jetzt, wo fast 500 Flüchtlinge auf dem Lagergelände in Zelten untergebracht sind, die bei jedem Regenguss überflutet werden, und weitere 1200 nicht einmal mehr eine Zeltplane über dem Kopf haben, sondern auf dem nackten Beton oder auf der Wiese schlafen müssen, ist es mit dem Schutz der Privatsphäre nicht mehr weit her.

Also durften etwa 30 Journalisten kollektiv ins Lager pilgern. Nach einem kurzen Vortrag, bei dem man erfuhr, dass die Verpflegung "tadellos" funktioniere, die Asylwerber in Traiskirchen "alles haben" - außer einem Bett natürlich -und "niemand schuld" an der Misere sei, durften die Journalisten unter Aufsicht durch das Camp marschieren. Und sich ansehen, wie selbst Familien mit kleinen Kindern auf der Wiese schlafen müssen.


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