Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Jetzt geht's rund!

Steiermark | Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter | aus FALTER 29/15 vom 15.07.2015

Unlängst gab Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) bekannt, welche 162 Kulturinitiativen mehrjährige Förderverträge von 2016 bis 2018 erhalten. Seither geht's rund. Was er nämlich nicht bekanntgab, war, wie viele Initiativen Kürzungen hinnehmen müssen. Das tat die IG Kultur bei einer Protestkundgebung -Dutzende Namen von betroffenen Einrichtungen wurden verlesen. Die Camera Austria, die Akademie Graz oder das dramagraz sind nur drei von ihnen.

Wer Förderungen vom Land bekommt, empfiehlt das 15-köpfige Kulturkuratorium dem Landesrat. Einem Großteil der Empfehlungen kommt er nach eigenem Bekunden nach. Jetzt steht das Kuratorium unter Beschuss, vor allem der Vorsitzende Igo Huber -sein Wort habe zu starkes Gewicht, zudem seien die Umschichtungen nicht nachvollziehbar. Der Austritt eines Kuratoriumsmitglieds unterstreicht das. Hier ist wohl ein Machtausgleich nötig. Und selbst wenn das Kuratorium stets unter zeitlichem Druck agieren muss, erklärt das nicht, warum die Zuwendungen für Projekte der Kuratoriumsmitglieder, viele sind selbst Kulturschaffende, nicht gekürzt, teils sogar erhöht wurden -windschiefe Optik. Grob fahrlässig ist, dass den Kürzungsopfern nicht erklärt wird, warum sie unters Messer kamen. Man muss doch wissen, welchen Anforderungen nicht entsprochen wurde, um eventuell Kurskorrekturen vorzunehmen.

Eines ist in dem Wirbel aber untergegangen: Kürzungen gibt es auch deshalb, weil nun 31 neue Initiativen etwas bekommen. Dieser Frage werden sich künftig beide Seiten stellen müssen: Wenn trotz beschränkter Mittel etwas nachwachsen soll, was bedeutet das für die Altvorderen? F


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