Sommertheater Kritiken

Hamlet: Eine Liebe wie ein Wimmerl

Lexikon | MARTIN LHOTZKY | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Die gute Nachricht zuerst: Ophelias Suizid-Song und Hamlets Wahnsinnsarie sind Franzobel in seiner Shakespeare-Persiflage "Hamlet. Oder: Was ist hier die Frage?" wirklich gelungen, der eine berührend, die andere spaßig. Sonst aber ist diese "Musikalische Posse" der altbekannte Sommertheater-Lustspielhaus-am-HofSchmäh ohne Witz. Geradezu lieblos wird eine skelettierte Fassung der Tragödie um den rächenden Sohn -er heißt Herbert, nennt sich aber Hamlet; das sorgt für zwei, drei schlichte Wortspiele -in der Regie von Impresario Adi Hirschal heruntergenudelt. Wenn Hamlet (Robert Finster) zu Ophelia (Carola Pojer) sagt: "Meine Liebe ist ein Wimmerl, so groß wie ein Spiegelei!", dann errät man in etwa das Niveau des Abends. Wie immer ist es viel zu heiß im Holzzelt und (nicht vergessen: Posse!) niemand bleibt angemessen lange tot.

Wiener Lustspielhaus, Fr, Mo, Di, Do 20.00


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