Der Weg ins Freie

Trotz Berufsverbot: Der iranische Filmemacher Jafar Panahi schildert in "Taxi Teheran" den Alltag einer Diktatur

Feuilleton | KRITIK: HANS CHRISTIAN LEITICH | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Wenn Regierungen zensieren, überwachen und den Alltag mit Verboten erschweren, erhalten Taxis eine besondere Bedeutung. In ihnen finden Geschäfte und Gespräche statt, die anderswo nicht möglich wären. Der iranische Filmemacher Jafar Panahi hätte die ineinander verflochtenen Episoden seines neuen Films "Taxi Teheran" auch rund um ein Straßencafé ansiedeln können, wenn es die politischen Verhältnisse erlaubt hätten.

So aber klemmt er sich hinter das Steuer eines Taxis und liest Geschichten auf, wie die vom aufgeregten und verletzten Motorradfahrer, der zu arm für ein normales Spital ist, sich aber dennoch innig mit Erbschaftsfragen befasst. Das Tragische und das Komische liegen in diesem Film eng beieinander.

Die Premiere bei der Berlinale 2015 war ein weiterer Akt des Tauziehens zwischen dem 55-jährigen Regisseur und der iranischen Regierung. Seit Panahis Engagement für den Gegenkandidaten des ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad hatten ihn die Mullahs im


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