Kommentar Copa Cagrana neu

Pünktlich zum Wahlkampf ein Sima-Beach für die Wiener

Falter & Meinung | BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Nun hat sie es also endlich geschafft: Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) hat sich ein Denkmal auf der Copa Cagrana gesetzt. Vergangene Woche eröffnete sie medienwirksam den von ihr in Auftrag gegebenen Neubau an der Neuen Donau. Kosten: 2,5 Millionen Euro. Bei der Eröffnungsrede sprach sie vom jahrelangen erbitterten Rechtsstreit mit dem Generalpächter Norbert Weber und von der glücklichen Fügung -über einen Mittelsmann gelang es, Weber ein Areal abzuluchsen und seine darauf stehenden Lokale abzureißen -, die letztlich dazu führte, dass dieses neue Lokal nun eröffnen konnte.

Ganz so aus dem Blauen, wie Sima es darstellt, kam die Sache aber nicht: Die beiden Betreiber der Lokale, die nun in den Neubau eingezogen sind, hatten von jeher einen Pachtvertrag mit der Stadt und nicht mit dem Kontrahenten Weber. Man hätte also seit vielen Jahren an dieser Stelle bauen können. Sima hatte den Plan auch schon lange in der Lade liegen. Immerhin hatte sie den Ideenwettbewerb für die Neugestaltung bereits 2011 ausgeschrieben, und auch der Vorentwurf des Architekten stand schon längst. Aber klar -hätte Sima bereits damals bauen lassen, wäre das wohl ziemlich untergegangen, zumal sie dann den Wienern und Wienerinnen auch keinen "CopaBeach" inklusive Sima-Konterfei und -Signatur hätte widmen können. Was sie nun als Sieg gegen den Generalpächter verkauft, ist wohl eher klug eingefädelte Wahlwerbung der roten Stadträtin, denn das Areal, auf dem der neue Strandabschnitt eröffnet wurde, fällt im Jänner wieder an Norbert Weber zurück, dann ist alles wieder beim Alten, und das Gericht muss entscheiden. Aber dann ist zumindest die Wien-Wahl längst geschlagen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige