Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Rosé

Endlich ein Rosé, der sein Versprechen hält

Stadtleben | MS | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Die Vorfreude auf Rosé ist oft größer als der tatsächliche Genuss. Mit der blassrosa Farbe geht ein merkwürdiges Versprechen einher, das nicht immer eingelöst wird. Das trifft überhaupt nicht auf den Rosé Cuvée vom Weingut Salzl im Seewinkel zu. Da ist von sehr vielen Nuancen die Rede. Eine ganze Riege Beeren wird da aufgezählt, Orangenzeste, weiter geht's mit der Cremigkeit im Gaumen, mit knackiger Säure und tollem Fruchtspiel. Schön ist, dass hier eine Chronologie abgebildet wurde, es heißt "wieder viel Beeren, auch Kirsch, Feige, Birne, Kamille". Im Abgang wird es leicht salzig.

Das war 2013. Für den Jahrgang 2012 kommt noch Flieder, Rosmarin und ein spritziger Säuregrip hinzu. Aha.

Also man würde sagen, dass es ein sehr fruchtiger Rosé ist, der einen ausgewogenen trockenen Abgang hat. Um nochmal in Erinnerung zu rufen, wie der Rosé gemacht wird: Rote Traubensorten werden wie Weißwein behandelt und die Beeren bleiben nur wenige Stunden in der Maische, das heißt, in Kontakt mit der Beerenhaut. Für die aus Illmitz kommende Rosé-Cuvée wurden die klassischen Rotweinsorten des Burgenlands vermischt, allen voran Blaufränkisch, Merlot, Zweigelt, Cabernet Sauvignon und St. Laurent.

Die Wein-Merkblätter der Familie Salzl sind sehr informativ und gehen auch auf die Bodenarten ein, wie viel Ertrag pro Hektar produziert wird und wann die optimale Trinkreife ist. Allein die Bezeichnung "Speisebegleiter" für alles Frittierte irritiert, das ist sicherlich noch ausbaufähig.


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