Film Neu im Kino

Klein, aber oho: Marvels "Ant-Man"

Lexikon | SABINA ZEITHAMMER | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Nicht immer kommt es auf die Größe an. Vor allem dann nicht, wenn man zwar klein wie eine Ameise, aber superstark, superschnell und superrobust ist. Diese Eigenschaften vereint eine Erfindung Dr. Pyms, der Ant-Man-Anzug. Zusätzlich ist es dem Wissenschaftler gelungen, Ameisen aller Art zu befehligen. In Elektrotechniker und Dieb Scott Lang, der gerade aus der Haft entlassen wurde, findet Dr. Pym den idealen -wenn auch zunächst unfreiwilligen -Träger des Anzugs. Die Ausbildung zum Ant-Man und Ameisenflüsterer eilt, denn Bösewicht Darren Cross hat mit der von ihm ebenfalls entwickelten Schrumpf-Technologie Finsteres im Sinn.

Peyton Reed schuf mit "Ant-Man", der neuesten Comicverfilmung aus dem Hause Marvel, einen launigen Sommer-Blockbuster: Von den bekannten, aber liebevoll gezeichneten Charaktertypen - väterlicher Mentor (Michael Douglas), selbstironischer Held (Paul Rudd), toughe Schönheit (Evangeline Lilly), psychopathischer Gegenspieler (Corey Stoll), süßes Töchterlein, verrückte Kumpanen etc. - über ein gelungenes Verhältnis von Humor und Action bis zur Einbettung ins Avengers-Universum mit Kurzauftritten von anderen Superhelden.

Vor allem aber kostet "Ant-Man" die visuellen Möglichkeiten seiner Vorlage aus: Wenn Scott in einer Badewanne zum ersten Mal auf Ameisengröße schrumpft, ist die Perspektivenveränderung spektakulär. Auch weiß der Film um seinen hohen Niedlichkeitsfaktor: Ob der Blick auf den dröhnenden Kampfschauplatz der verkleinerten Widersacher Scott und Darren, das Gelände einer Spielzeugeisenbahn, plötzlich zu Normalgröße und -lautstärke wechselt oder die verschiedenen Ameisenarten Kunststückchen vollführen -diesem Charme kann man sich schwer entziehen.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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