Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Pop

Tame Impala: Currents

Die Kritiken überschlagen sich vor Lob über das dritte Album von Tame Impala, der One-Man-Band von Kevin Parker. Zu Recht: Der Psychedeliker mit der John-Lennon-Stimme überzeugt hier als Songwriter wie als Produzent vollauf. Seine Gitarren hat er diesmal im Schrank gelassen, dafür lässt er Synthesizer himmlische Melodien singen. In gewissen Momenten entdeckt er gar den Justin Timberlake in sich und tanzt. "Currents" ist eine Pop-Wundertüte mit Zuckerln in ganz vielen verschiedenen Farben. (Caroline) SF

Jazz

Charlie Haden &Gonzalo Rubalcaba: Tokyo Adagio

Vor einem Jahr verstarb Charlie Haden, und das ist nun - nach "Last Dance" mit Keith Jarrett - schon das zweite Duoalbum mit einem Pianisten, das posthum erscheint. Es jagt einem einen kleinen Schauer über den Rücken, wenn Haden nach dem Piano-Intro seinen unvergleichlich warmen und sonoren Bass mehr zu tupfen als zu zupfen scheint. Ornette Colemans "When Will the Blues Leave" wird zum tönenden Stenogramm, was der Intimität dieses Mitschnitts von 2005 aber keinen Abbruch tut. (Impulse) KN

Klassik

André Messager: Isoline

Den Komponisten und Dirigenten André Messager kennt heute kaum jemand. 1888 komponierte der Schüler von Camille Saint-Saëns und spätere Direktor der Pariser Oper und des Londoner Royal Opera House die komisch-lyrische Operetten-Feerie "Isoline". In den Archiven des französischen Rundfunks ist jetzt die erste Gesamteinspielung aufgetaucht. Der Klang der Aufnahme (1947) mag nicht der beste sein und die Musik für unsere Ohren seltsam süßlich klingen -eine Entdeckung ist sie aber in jedem Fall wert. (Ina) MDA


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