Sascha Hehn meets Moby Dick: Martin Amanshausers neuer Schiffroman

Feuilleton | MAIK NOVOTNY | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Kreuzfahrten sind für viele eine Horrorvorstellung aus zäher Langeweile und Pensionisten an Büffets, aber für Geschichtenerzähler ein beliebter Topos. David Foster Wallace berichtete 1996 aus sieben Tagen Karibik in embryonaler Rundumversorgtheit, und das ZDF-"Traumschiff" versorgte uns mit hübsch portionierten Spannungsbögen, die nach 90 Minuten rückstandslos aufgelöst wurden. Tagelang ohne Fluchtmöglichkeit auf engem Raum gemeinsam eingesperrt sein: beste Gelegenheit, um Zwischenmenschliches konzentriert hochzukochen.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Autor und Reisejournalist Martin Amanshauser sich dieses Themas annehmen würde. Amanshauser lässt seine Helden gerne unvermittelt in seltsame Parallelwelten abgleiten, etwa im Weltraumroman "Alles klappt nie" (2005), und genau das tut er auch in seinem neuen Roman "Der Fisch in der Streichholzschachtel".

Fisch, das ist der ungeliebte Spitzname von Fred, 39, der mit Frau Tamara und den pubertierenden Kindern Malvi und Tom


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige